Terrarium

Größe

Ein Varanus exanthematicus-Pärchen benötigt ein Großterrarium mit der Mindestgröße von 300 X 100 X 100cm (LXBXH). Man sollte auch bedenken, dass die Tiere in freier Natur Einzelgänger sind. Es kann durchaus vorkommen, dass das Weibchen das Männchen nicht in seiner Nähe duldet (besonders nach der Eiablage). Die Möglichkeit einer vorübergehenden Unterteilung des Terrariums in 2 Hälften bzw. ein Ausweichterrarium in angemessener Größe könnte notwendig werden.

 

Ausstattung

Wir empfehlen für die Unterbringung dringend ein Erde-Sand-Gemisch, das man gut feucht halten kann und sollte. Ein großer Prozentsatz an Steppenwaranen in Terrarienhaltung leidet an Häutungs- und v.a. Nierenproblemen wegen zu trockener Haltung. Dies ist die Aussage eines erfahrenen Reptilien-Facharztes. Eine Substrathöhe von 10 bis 20 cm ist von Vorteil, da die Tiere gerne graben. Trächtige Weibchen müssen die Möglichkeit haben, eine Mulde für die Eiablage zu graben. Weiterhin sind Korkröhren für die Tiere sehr wichtig, da sie diese als Versteck- oder Schlafmöglich-keit nutzen. Als Sonnenplätze eignen sich Steinplatten, die sich bei einer Bestrahlung durch einen Spotstrahler gut aufheizen. Dies kann eine einfache Granit-Bodenplatte sein oder z. B. ein flacher Sandstein aus dem Terrarienhandel. Von schwarzen Schieferplatten ist abzuraten, da sie sich durch ihre Wärmestrahlung absorbierende Farbe zu stark aufheizen. Die Tiere sind zwar keine übermäßig geschickten Kletterer, nehmen aber Felsbrocken oder breite Korkröhren gerne an, um darauf herum zu klettern. Eine oder mehrere Bademöglichkeiten, in der die Tiere der ganzen Länge nach hinein passen und richtig untertauchen können, ist unserer Erfahrung nach ebenfalls unerlässlich.

 

Heizung & Licht

Für die Beleuchtung des Terrariums empfehlen sich vier T5 Neonröhren mit je 38 Watt. Die Sonnenplätze (2 bis 3 an der Zahl) können mittels Terrarien-Hängelampen mit ca. je 80-150 Watt Leistung (Schutzgitter nicht vergessen, bei direktem Kontakt des Tieres mit der Lampe droht Verbrennungsgefahr), welche über die oben genannten Steinplatten befestigt werden. Hat man 3 Sonnenplätze auf diese Weise eingerichtet, sollte man 2 davon mit UV Strahlungsquellen, z. B. T-Rex Active UV Heat 160 Watt Flood (angegebenen Mindestabstand zum Tier beachten!), und eine mit gleicher Leistung ohne UV Anteil zur Auswahl stellen. Die Tiere nehmen den UV Anteil war und suchen sich ihren Wärmeplatz, je nach Bedürfnis. Für eine definierte Zeit - z. B. 4 Stunden „Mittagssonne“ täglich - kann man noch zusätzlich 2 HQI Strahler mit ca. 80 Watt zuschalten, welche an der Terrariendecke angebracht sind. Mit dem stufenweisen Zu- und Abschalten von Lichtquellen kann ein natürlicher Tagesverlauf simuliert werden.

Klima

Temperatur

Die oben beschriebene Art der Beleuchtung reicht normalerweise auch als Wärmequelle aus. Es sollten im Terrarium Bereiche vorhanden sein, welche nicht über ca. 25-28°C hinausgehen. An den Sonnenplätzen können punktuell Temperaturen über 45°-50°C herrschen. Nachts kann die Temperatur bis auf 20°C absinken. Verschiedene Temperaturbereiche sind wie bei allen Reptilien, von größter Wichtigkeit.

 

Feuchtigkeits- bedürfnis

Steppenwarane werden oft als Wüstentiere behandelt und in einer sehr trockenen Umgebung gehalten. Dies ist falsch. Die Tiere benötigen, wie im Punkt Terrarien- ausstattung beschrieben, einen feuchten Bodengrund. Wir befeuchten das Erde-Sand-Gemisch im Becken mittels Gießkanne 1-2x in der Woche recht intensiv und lassen das Ganze dann über einen Zeitraum von 4-7 Tagen wieder abtrocknen. So gibt es eine erhöhte Luftfeuchtigkeit wie nach einem Regen, gefolgt von einer trockeneren Periode. Viele Steppenwarane, die zu trocken gehalten werden, haben anfangs „nur“ Häutungsprobleme, um am Ende an Nierenversagen zu sterben. Die oben beschriebene Badewanne ist ebenso essentiell für das Wohlbefinden der Tiere. Sie baden und tauchen ausgiebig darin. Sie reicht jedoch als einzige Quelle für das Feuchtigkeitsbedürfnis der Tiere nicht aus. Nur eine Wasserschale zum Trinken ist auf jeden Fall auf Dauer zu wenig.

Nahrung

           

Steppenwarane sind Fleischfresser, jedoch haben sie auch - wie die meisten Waranarten - eine Vorliebe für Eier. Allgemein stellen Steppenwarane keine großen Ansprüche an ihre Nahrung. Es wird alles gefressen, was tierischen Ursprungs ist und ins Maul passt. Man sollte sich durch das willige Fressen aber nicht dazu verleiten lassen, die Tiere zu überfüttern. Steppenwarane werden sehr schnell zu fett. Dies führt zu einer Fettleber und diese dann vorschnell zum Tod. Wir füttern unsere Steppenwarane 3x in der Woche, immer im Wechsel mit Insekten oder fleischlicher Nahrung. Als Insekten verfüttern wir große Madagaskar-Fauchschaben oder Totenkopfschaben. Zur Abwechslung können es auch mal ein ganzer Schwung Wüstenheuschrecken sein. Es gibt auch die Möglichkeit, 50 Steppengrillen in die Badewanne zu geben und einen Waran dazu zu setzten (niemals zu zweit, da extremer Futterneid herrscht). Wenn man dann ca. 15 min. später wieder kommt, sind alle Grillen verspeist worden.

Als fleischliche Nahrung bekommen die adulten Tiere aufgetaute Eintagsküken, die sie am Stück verschlucken. Es können auch Mäuse oder kleine Ratten gegeben werden, dies aber nur als Ausnahme, da die Tiere davon noch schneller fett werden. Außerdem verfüttern wir Hühner- bzw. Putenherzen. Wie oben erwähnt, lieben die Tiere Eier in rohem oder besser gekochtem Zustand. Sowohl das Fleisch als auch die Insekten werden mit Kalziumpulver oder geriebener Sepiaschale und/oder Vitaminpräparaten bestäubt. Dies ist wichtig für den Vitamin- bzw. Mineralstoffhaushalt der Tiere. Sepiaschale ist sehr wichtig für das ausgeglichene Kalzium-Phosphor-Verhältnis der Nahrung. Fleisch ist sehr stickstoffhaltig und führt bei einem Ungleichgewicht mit anderen Mineralstoffen zu Nierenproblemen. Dazu mehr im Punkt Reptilien- gesundheit/Nahrung.

Innerartliche Vergesellschaftung

Paarhaltung

Wie schon oben beim Punkt Terrariengröße beschrieben, leben die Tiere in der Natur als Einzelgänger. Sie sind jedoch vergleichsweise tolerant gegenüber Artgenossen, so dass sie als Paar im Terrarium gehalten werden können. Es empfiehlt sich jedoch, das Terrarium so einzurichten, dass zwei getrennte Bereiche entstehen. Bei uns können sich die Tiere durch einen Korkröhrentunnel besuchen, haben aber auch die Möglichkeit, sich aus dem Weg zu gehen.