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Anolis equestris
Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet von Anolis equestris ist Kuba. Er wurde jedoch nach Florida eingeschleppt und verbreitet sich nun auch dort. Der tagaktive Ritteranolis bewohnt Bäume, und dort hauptsächlich den Kronenbereich. Wenn die Mittagshitze sehr groß ist, sucht er sich kühlere Bereiche, indem er am Stamm seines Baumes bis in die schattige Bodennähe herunterklettert. Ritteranolis sind außerordentlich reviertreu und territorial. Die Männchen verteidigen ihr Revier sehr heftig gegen Eindringlinge. Bei Gefahr ziehen sich die Tiere auf die dem Aggressor abgewandte Astseite zurück. Durch die Fähigkeit, ihre Farbe von grün in braun oder schwarz zu verwandeln, sind sie auch perfekt im Licht- und Schattenspiel des Waldes getarnt. Die Tiere gehören zu den Lauerjägern, d. h sie verharren tagsüber bewegungsarm auf ihren Plätzen, um dann in der Nähe vorbeiziehende Beutetiere blitzschnell zu erbeuten. Zu ihrem Beutespektrum gehören Insekten, kleinere Echsen, Jungvögel oder Jungsäuger. In der Natur nehmen sie Wasser auf, indem sie während oder nach dem Regen das Wasser, welches von den Blättern tropft, auflecken.
Pogona vitticeps
Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet der Gattung Pogona ist Australien. Pogona vitticeps lebt im Inneren des Landes (in den Provincen Queensland, South New Wales, Victoria, South Australia, NorthernTerritory). Die Echse besiedelt offene sowie busch- und baumbestandene Flächen, und hier werden trockene Gebiete bevorzugt. Pogona vitticeps ist auch als streifenköpfige Bartagame bekannt. Sie erreicht eine Kopf/Rumpflänge von 20-25 cm, manchmal auch bis 30 cm. Die Geschlechtsreife wird schon mit einem Alter von ca. 1 Jahr bzw. einer Kopf/Rumpflänge von 13 cm erreicht. Ein adultes, gut genährtes Weibchen produziert 3-5 Gelege (in der Regel zwischen 8 und knapp 30 Eier pro Gelege) im Jahr. Gerade zur Paarungszeit zeigen die Echsen verschiedene, gut beobachtbare Verhaltensmuster, die um so ausgeprägter sind, je mehr Raum die Tiere zur Verfügung haben.
Die Grundfarbform (Nominatform) ist grau/braun. In den USA und Europa sind mittlerweile verschiedenste Farbformen im Handel. Diese sind allerdings kritisch zu betrachten, weil viele dieser Varianten durch Inzucht / Rückkreuzungen entstehen und die Widerstandsfähigkeit der Tiere teilweise sehr darunter leidet. Außerdem wird berichtet, dass die oft dargestellten intensiven Farben nur erreicht werden, wenn die Tiere mindestens für ein viertel Jahr natürlichem Sonnenlicht ausgesetzt sind.
Chamäleolis barbatus
Chamäleolis barbatus ist endemisch in Kuba. Er kommt dort nur im Westen der Insel vor, genauer in der Region Pinar del Rio. Das typische Biotop ist ein tropisch feuchter Wald auf porösem Kalkuntergrund. Die tagaktive Anolis-Art bewohnt die Stämme und Äste der großen Bäume sowie die Schling- und Kletterpflanzen, die dort gedeihen. Die Tiere kommen zur Nahrungssuche jedoch auch häufig auf den Boden. Chamäleolis barbatus lebt streng solitär, ist reviertreu und territorial. Bei Gefahr verhalten sich die Tiere wie viele Anolis-Arten, d. h. sie ziehen sich sehr langsam auf die dem Aggressor abgewandte Astseite zurück. Durch die Fähigkeit ihre Farbe von verschiedenen Weiß-, Grau- oder Olivgrün-Tönen in ein marmoriertes Braun oder Schwarz zu verwandeln, sind sie auch perfekt am Stamm der Bäume bzw. am Boden zwischen den heruntergefallenen Blättern des Waldes getarnt. Ihre Bezeichnung Chamäleolis verdanken sie nicht nur ihrer Fähigkeit zum Farbwechsel, sondern auch ihren langsamen und bedächtigen Bewegungen, die stark an das Verhalten von Chamäleons erinnern. Die Tiere gehören zu den Lauerjägern, d. h sie verharren tagsüber bewegungsarm auf ihren Plätzen, um dort auf ihre Hauptbeute, einer Schneckenart mit kalkreichem Gehäuse, zu warten. Wenn sich die Möglichkeit bietet, jagen sie aber durchaus auch verschiedene Insektenarten. Ihr Wasserbedarf wird zu einem Teil von ihrer Hauptnahrung, den Schnecken geliefert, sie nehmen jedoch auch Wasser auf, das während oder nach dem Regen von den Blättern tropft.
Varanus exanthematicus (Steppenwaran)
Der Varanus exanthematicus hat ein Verbreitungsgebiet, das sich vom Senegal im Westen bis nach Eritrea und ins nördliche Zaire im Osten von Afrika erstreckt. Sein Lebensraum wird im Norden durch die Sahara und im Süden durch den afrikanischen Regenwaldgürtel begrenzt. Die Tiere zeigen in freier Wildbahn ein streng saisonales Aktivitätsmuster, indem sie sich für etwa sechs Monate im Dezember bis Ende Mai oder Anfang Juni in Versteckplätze zurückziehen und keine Nahrung aufnehmen. Als Versteckplätze werden Bäume, Wohnhöhlen von Erdhörnchen oder Termitenhügel benutzt. Die Aktivität setzt mit dem Beginn der Regenzeit ein und erreicht ihren Höhepunkt von Juli bis Oktober. In dieser Zeit finden die Paarungen statt, und es werden große Mengen an Nahrung aufgenommen, um für die Ruheperiode genügend Fettreserven zu haben. Ihre Nahrung in der Natur besteht aus Heuschrecken, Fröschen, Schnecken, Skorpionen, Käfern und anderen Insekten. In der freien Wildbahn werden nur gelegentlich Wirbeltiere erbeutet.
Varanus macraei
Die Erstbeschreibung dieser Art wurde im Jahr 2001 von Wolfgang Böhme & Hans J. Jacobs publiziert. Es gibt bis heute nur sehr spärliche Informationen über seinen Lebensraum und sein Verhalten in freier Wildbahn. Man nimmt an, dass das Verbreitungsgebiet von Varanus macraei ausschließlich auf die kleine (Länge 61 km, Breite 13 km), unmittelbar am Äquator liegende Insel Batanta begrenzt ist. Die Insel liegt ca. 50 km westlich von der indonesischen Provinzhauptstadt Sorong. Das nächstliegende Verbreitungsgebiet seines engen Verwandten Varanus prasinus liegt auf der Insel Salawati die durch die nur 5 km breite Sagwin-Straße von Batanta getrennt ist. Die Sagwin-Straße zeichnet sich durch starke Strömungen aus die vermutlich eine unüberwindliche Barriere für die Vermischung der beiden Arten ist.
Varanus macraei ist ein ausgesprochener Baumbewohner. Die tagaktiven Tiere besitzen einen Greifschwanz, der beim klettern geschickt als fünfte Extremität eingesetzt wird. Soviel bekannt ist, ernähren sich die Tiere zum Grossteil von Insekten. Da ihre Heimatinsel Batanta sehr nahe am Äquator liegt, herrscht dort ein tropisches Regenwaldklima.
Schneller als jedes andere Land mit größeren Waldgebieten büßt Indonesien derzeit Waldfläche ein. Rund 51 Quadratkilometer Wald werden jeden Tag zerstört; das sind mehr als 300 Fußballfelder pro Stunde. Selbst ohne Berücksichtigung des illegalen Holzeinschlags (dieser liegt bei 80%) ist das Ausmaß der Abholzung in Indonesien enorm. Im Jahr 2006 wurden 29 Millionen Hektar Wald für Holzeinschlagkonzessionen und zehn Millionen weitere Hektar für die vollständige Umwandlung in Holzplantagen vorgesehen. Eine wachsende Bedrohung für die Wälder Indonesiens ist der Anbau von Palmöl für den neu entstehenden Bedarf an sogenannten „Bio-Kraftstoffen“.
Durch all diese Aktivitäten ist diese, noch so unbekannte Waranart inzwischen stark bedroht.
Laudakia stellio salehi (eine von mehreren Hardunarten)
Das Verbreitungsgebiet von Laudakia stellio salehi ist hauptsächlich auf der Sinai-Halbinsel. Sie bewohnen dort steinige Lebensräume wie Felsen, Mauern und Ruinen und sind ausgezeichnete Kletterer. Sie können bei Temperaturen von 45°C und höher noch aktiv sein und suchen zum Sonnen sogar Plätze auf, die über 50°C heiß sind. Damit sind sie wahre Sonnenanbeter. Schon bei leichter Bewölkung ziehen sich in ihren Unterschlupf zurück. Die Tiere trinken, indem sie Wassertropfen auflecken oder aus stehenden Kleingewässern trinken. Hardune leben paarweise oder in größeren Gruppen und zeigen ein sehr ausgeprägtes Territiorial- und Sozialverhalten. Fühlt sich der Hardun gestört, flüchtet er blitzschnell in Mauerspalten oder Ritzen. Hardune ernähren sich in freier Wildbahn zum Großteil von Insekten wie Grillen, Heimchen, Heuschrecken, Maden verschiedene Käfer und deren Larven, Falter aller Art, Asseln und Spinnen. Sie verschmähen jedoch auch pflanzliche Kost nicht und nehmen allerlei Kräuter und Blüten zu sich.
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